Markisenstabilität bei Wind und Sturm
Markisenstabilität bei Wind und Sturm
Sie sitzen an einem lauen Sommerabend gemütlich im Garten, haben mit Freunden gegrillt
und wollen den Tag entspannt ausklingen lassen. Unglücklicherweise macht Ihnen dabei das
Wetter einen Strich durch die Rechnung. Wolken ziehen auf und der Wind wird immer
stärker. Allmählich wird es ungemütlich und die gesellige Runde verlagert sich entweder nach
innen oder löst sich auf. Schnell noch alles rein räumen und Türe zu. Haben Sie nicht etwas
vergessen? Genau, Ihre Markise. So unangenehm es vielleicht auch sein mag, bei diesem
Wetter jetzt noch einmal hinaus zu gehen, Ihre Markise wird es Ihnen danken. Abgesehen
davon sind Sie bei Sturmwarnung sogar verpflichtet, die Markise einzuholen, da ansonsten
der Versicherungsschutz wegen grober Fahrlässigkeit erlischt und das kann im schlimmsten
Fall teuer werden.
Ein konkretes Beispiel
Im konkreten Fall hatte ein Mann seine Markise nicht eingefahren, um seinen
Terrassenboden vor herabfallenden Dachziegeln zu schützen. Zwar blieb der Boden
tatsächlich heil, aber die Markise war Schrott. Den Schaden von rund 1200 Euro wollte er
der
Hausratversicherung aufbürden, doch die sah das ganz anders. Vor Gericht wurde die
Haltung der Versicherung dann auch bekräftigt, da der Geschädigte seiner Sorgfaltspflicht
nicht nachgekommen war und grob fahrlässig gehandelt hatte. Sein Argument, dass es die
Terrasse haben schützen wollen, ließen die Richter nicht gelten, da die Terrasse über die
Hausratsversicherung gar nicht abgedeckt sei.
Unter
http://www.youtube.com/watch?v=3Uybjq3rhqQ können Sie das Verhalten einer Markise bei sturmartigem Wetter beobachten. Im Windkanal
werden verschiedene Windstärken eingestellt und dann notiert, wie sich die Markise bei
unterschiedlichen Windgeschwindigkeiten verhält. Horrorszenarien von sich
verselbstständigenden Markise die zu tödlichen Geschossen werden, muss hier nun keiner
fürchten. Dennoch wird eindrucksvoll klar, welch große Schäden allein schon an der Markise
selbst entstehen können.
Wo rohe Kräfte sinnlos walten…
Obwohl die Gestelle der
Markise eine gewisse Elastizität aufweisen und durchaus biegsam
sind, damit sie „normalen“, durch Wind verursachten Bewegungen stand halten und nicht
brechen, sind sie nicht sturmsicher. Ab stürmischen oder gar orkanartigen Böen beginnt das
Gestänge sich zu verformen. Die Markise wird zusammengedrückt, bäumt sich nach oben
auf und zerrt mit enormen Kräften an ihrer Befestigung. Diesen Bedingungen hält auch das
robusteste und stabilste Gestänge nicht ewig stand. Der Extremfall ist zwar eher die
Ausnahme, aber dennoch ist es möglich, dass sich nicht nur das
Markisentuch löst, sondern
die gesamte Markise mit Gestänge vom Wind aus der Verankerung gerissen wird. Jetzt kann
es wirklich gefährlich werden, denn vom Wind umher gewirbelt könnte die Markise Autos,
Fensterscheiben oder andere Gegenstände beschädigen. Außerdem, und das wäre der worst
case, besteht die Gefahr, dass die Markise oder Teile davon Menschen treffen und verletzen.
Spätestens wenn das eintritt, kann das Szenario für den Markisenbesitzer schwerwiegende
Konsequenzen nach sich ziehen.